Aktuelles

 

Besuch der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata
Im Oktober 2024 reisten Landesbischöfin Heike Springhart, Jens Adam und Anne Heitmann zur Synode der Evangelischen Kirche am Río de la Plata (IERP) und begegneten einer Kirche, in der Glaube und gesellschaftliches Engagement auf beeindruckende Weise zusammengehören. Die Reise führte von der Synode in Esperanza über Musik- und Sozialprojekte in Buenos Aires bis hin zu Bildungs- und Umweltinitiativen in indigenen Gemeinschaften der Provinz Misiones.
 
In ihrem Reisebericht schildert Anne Heitmann eindrucksvoll, wie vielfältig die IERP mit ihren gesellschaftlich wirksamen Projekten Hoffnung und Perspektiven schafft und wie die kirchliche Partnerschaft Impulse für eine nachhaltige und gerechte Zukunft schenkt. Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.
 

Informationen und Materialien
Das Motto der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade, „Erzähl mir vom Frieden“, legt den Schwerpunkt auf positive Erzählungen und Initiativen, die Frieden fördern und Hoffnung stärken. Angesichts der zahlreichen aktuellen Konflikte und Kriege, wie in Israel/Gaza oder der Ukraine, wird das mehrheitlich verbreitete Gefühl, dass Frieden eine Illusion sei, kritisch hinterfragt. Durch die Betonung von hoffnungsvollen und friedensstiftenden Geschichten soll der vorherrschenden negativen Berichterstattung entgegengewirkt werden.
 
Ziel der FriedensDekade ist es, Polarisierungen zu überwinden und Feindbilder in Frage zu stellen. Auch die Frage, ob und inwiefern Frieden durch Waffengewalt erreicht werden kann, soll dabei kritisch reflektiert werden. Stattdessen steht die biblische Hoffnung auf Gerechtigkeit und ein friedliches Leben für alle im Fokus. Hierbei stellt die Dekade Andachten zu zwei zentralen Bibelstellen in den Vordergrund: Genesis 33,1-20, in dem es um die Versöhnung von Jakob und Esau geht, und Matthäus 26,47-52, das die Verhaftung Jesu und seine Aufforderung zur Gewaltlosigkeit thematisiert. Diese Texte regen zu einem Nachdenken über Frieden, Versöhnung und Gewaltprävention an.
 
Das Materialheft der FriedensDekade bietet Vorschläge für Gottesdienste, Andachten und Meditationen. Es enthält auch Bausteine für einen Familiengottesdienst sowie Assoziationen zu den Predigttexten der Sonntage im Kirchenjahr, inklusive Buß- und Bettag. Dabei soll die Botschaft der Hoffnung und des Friedens besonders in den Mittelpunkt gerückt werden.
 
Weitere Informationen und Materialien finden Sie hier.
 

Freiburg, den 2.12.24 Im Oktober 2013 hat sich die EKIBA mit einem Beschluss der Landessynode selbst verpflichtet: Wir machen uns auf den Weg zu einer „Kirche des gerechten Friedens“. Seitdem hat die Kirche entscheidende Schritte unternommen, um dieses Leitbild mit Leben zu füllen. Doch wie sieht die Bilanz aus? Trägt das Leitbild noch? Was sind, angesichts von Kriegen und Krisen, die wichtigsten Aufgaben der kirchlichen Friedensarbeit? Diese und weitere Fragen waren Gegenstand des Studientages, der sich nicht nur der Reflektion über Vergangenes, sondern auch der Suche nach zukünftigen Schwerpunkten widmete.
 
Der Studientag startete mit einer herzlichen Begrüßung durch die Organisator:innen Pfrin. Karen Hinrichs, der Direktorin des Friedensinstituts, ÖKR Dr. Matthias Kreplin und Stefan Maaß, dem Friedensbeauftragten der EKIBA.
 
Verschiedene Impulsreferate von Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht, Christine Busch und Prof. Dr. Reiner Anselm gaben einen externen, internen und grundsätzlichen Blick auf die bisherige Friedensarbeit der EKIBA. Rückblickend betonte Schneider-Harpprecht, dass mit Initiativen wie "Sicherheit neu denken", "Peace Talks" und dem Friedensinstitut in Freiburg u.a. bereits wichtige Schritte in Richtung einer "Kirche des gerechten Friedens" gemacht wurden. Hierbei besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Friedensbildung angesichts der aktuellen Kriege und Krisen. Die Herausforderungen der Friedensarbeit wurden von Christine Busch eindrücklich dargestellt. Sie betonte die zentrale Frage, wie Konzepte erstellt werden können, um Schutzverantwortung in Extremsituationen ohne Gewalt zu gewährleisten. Die Aufgabe der Kirche sieht sie in der politischen Anschlussfähigkeit und dem kirchlichen Hoffnungshandeln, welches für die Öffentlichkeit erkennbar sein soll.
 
Nach den Impulsreferaten erweiterte Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh in seinem Grundsatzreferat den Blick auf die aktuellen Horizonte der kirchlichen Friedensarbeit. Bundschuh unterstreicht dabei die Idee eines umfassenden Friedens durch Gott, an dem wir zwar teilhaben können, jedoch in unserer menschlichen Begrenztheit nie vollständig erfassen können. Diese Erkenntnis hat das Potenzial, uns zu vereinen und zu stärken. Die Kirche kann hierbei eine bedeutende Rolle spielen, indem sie den Dialog fördert und den zivilen, gewaltfreien Umgang mit Konflikten aktiv unterstützt.
 
Am Nachmittag gab es die Möglichkeit an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Die Themen umfassten: „Ökumenische Zusammenarbeit für Frieden und gegen Rüstungsimporte auf Landes- und Gemeindeebene“, „Klimagerechtigkeit, Flucht und Migration“, „Dekoloniale Perspektiven auf Frieden und Gerechtigkeit“, „Die Initiative Sicherheit  neu denken – eine Aktualisierung des Szenarios“, „Die Schwerpunkte künftiger evangelischer Friedensbildungsarbeit“, „Herausforderungen der Militärseelsorge-Arbeit“ und „Zur Situation in Israel und Palästina: Was bedeutet der Konflikt für den Weg zu einer ‚Kirche des gerechten Friedens‘?“
 
Die Ergebnisse dieser Workshops wurden im Plenum vorgestellt und flossen nahtlos in eine Diskussion über, in der alle Teilnehmenden das Wort ergreifen konnten. Die Impulse dessen wurden dann als Überlegungen zur Weiterarbeit festgehalten und die Organisator:innen gingen zum Abschluss des Fachtages nochmal gezielt auf diese ein.
 
Der Fachtag hinterlässt einerseits Impulse, die zeigen, dass wir uns zwar auf dem Weg zu einer „Kirche des gerechten Friedens“ befinden, jedoch noch weitere Schritte gegangen und Herausforderungen gemeistert werden müssen. Andererseits können wir uns bestärkt darin fühlen, dass kirchliche Friedensarbeit die Profession, Kompetenz und Kapazität hat Orte des Dialogs zu schaffen, welche besonders jetzt essenziell sind.
 

Montag, den 18.09.23/Karlsruhe Beim letzten Fachgruppentreffen „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ der Evangelischen Kirche in Baden (EKIBA) lag der Fokus auf dem Thema Klimagerechtigkeit und dem Austausch mit Prof. Ruben Zimmermann als Mitglied der Letzten Generation. Prof. Ruben Zimmermann ist ordinierter Pfarrer  und Professor für das Neue Testament und Ethik an der Universität Mainz.
 
Eröffnet wurde die Sitzung durch einen geistlichen Impuls von Oberkirchenrat und Fachgruppenmitglied Dr. Matthias Kreplin zum Thema christliche Perspektiven in der Klimakrise.
 
Stefan Maaß, Friedensbeauftragter der EKIBA, nutzte in seinem daran anschließenden Vortrag Bill Moyers Aktionsplan für soziale Bewegungen als Anregung, um über unsere Rolle als Kirche in sozialen Veränderungsprozessen nachzudenken. Bill Moyer würde vier Rollen von Aktiven unterscheiden (Bürger:in, Reformer:in, Rebell:in, Aktivist:in), die alle zu bestimmten Phasen einer Kampagne wichtige Rollen einnehmen könnten.
 
Prof. Ruben Zimmermann beschrieb in seinem Vortrag die Dringlichkeit des Handelns angesichts des Klimawandels. Die Regierung breche das Grundgesetz, weil sie die Lebensgrundlagen der folgenden Generationen durch ihre Gesetzgebung nur unzureichend schütze. Deshalb sei ziviler Ungehorsam für ihn eine legitime Aktionsmöglichkeit, wenn diese gewaltfrei abliefe. Gewaltfreiheit und transparente Strukturen gehörten zum Wertekonsens der Letzten Generation. Prof. Ruben Zimmermann stellte fest, dass die vielseitigen Aktionsformen der Letzten Generation in den Medien kaum wahrgenommen würden Er machte deutlich, dass die Letzte Generation interessiert sei an einer Vernetzung mit allen Säulen der Gesellschaft, worunter auch die Kirche fiele.
 
Sabine Kast-Streib, Leiterin der Abteilung Seelsorge der EKIBA, zeigte im Anschluss an den Vortrag die Herausforderung auf, die die Klimakrise für die Seelsorge darstellt. Die gemeindliche Seelsorge vor Ort könne mit dazu beitragen, Berührungsängste abzulegen. Kontakte herzustellen. Gespräche über die Grenzen der eigenen Bubble hinaus zu ermöglichen. Es sei ihre Aufgabe, die Widersprüchlichkeiten der Menschen zu thematisieren. Ferner gäbe es auch eine prophetische Tradition der Seelsorge, auch wenn die Zugewandtheit zu allen im System weiterhin Grundsatz bliebe. Eine Aufgabe der Seelsorge wäre Menschen dazu zu befähigen ihre Rolle zu finden und ihre eigene und kollektive Selbstwirksamkeit zu entdecken.
 
Wie eine Vernetzung der Letzten Generation mit der Kirche aussehen kann, wurde im Anschluss an den Impuls intensiv besprochen. Die Kirche könne einen Raum bieten miteinander in Kontakt zu treten, Ängste und Wünsche auszutauschen, um Hoffnung zu schöpfen und so eine kollektive Selbstwirksamkeit zu stärken. Die Kirche solle sich gegen eine Kriminalisierung der Letzten Generation positionieren und die Berichterstattung in den Medien kritisch begleiten. Auch könne über gemeinsame Aktionsformen sowie den Einbezug von Aktivistinnen und Aktivisten in Gemeindeveranstaltungen und das Verteilen von Materialien nachgedacht werden.
 
 
Weitere Informationen und eine theologische Betrachtung der letzten Generation durch Zimmermann finden hier.
 

Anne Heitmann über den Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens

Kirchenrätin, Leiterin der Abteilung Ökumene und Kirche weltweit und Mitglied der Fachgruppe Anne Heitmann erläutert im badischen Pfarrvereinsblatt was sich hinter dem Begriff des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens verbirgt, was für eine geistliche Haltung dahintersteckt und wie wir dies heute in unserer Landeskirche und den Gemeinden erleben können. Der Artikel kann hier heruntergeladen und gelesen werden (ab S.233ff. oder ab S.29ff. der pdf).
 
Brot für die Welt als wichtige politische Stimme in der Bundespolitik

Brot für die Welt ist den meisten als entwicklungspolitisches Hilfswerk bekannt. Weniger bekannt ist, dass die dort beschäftigten Mitarbeitenden sich aber nicht auf Hilfsmaßnahmen im Globalen Süden beschränken, sondern aktiv sich in politische Prozesse in Berlin einmischen. Sie versuchen dadurch hinzuarbeiten auf eine Politik, welche die Strukturen verändert, die erst zur Armut und Not in den Ländern des Globalen Südens führen. Einige der Mitarbeitenden von Brot für die Welt veröffentlichen ab und an Ergebnisse ihrer Arbeit. Einige der jüngsten Einträge möchten wir Ihnen hier ans Herz legen.
 
- Wie muss die globale Antwort auf die verschärfte Ernährungskrise seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine aussehen? Diese Frage versucht Stig Tanzmann hier im folgenden Artikel zu beantworten. 
 
- Welche Folgen hat die durch die Klimaveränderung verursachte Ozeanerwärmung für viele Fischer und die vom Fischfang lebenden Ländern im Globalen Süden? Dieser Frage ist Francisco Mari in einer Studie nachgegangen. Den passenden Artikel können Sie hier lesen. 
 
- Dass bei der Nutzung der Atomkraft nicht nur die Entsorgung des Atommülls hochproblematisch ist, sondern bereits der Abbau des benötigten Urans oft einhergeht mit der Zerstörung von Lebensgrundlagen in den betroffenen Ländern, beleuchtet Dr. Joachim Fünfgelt in einem seiner Blog-Einträge, welchen Sie hier lesen können.
 
- Sabine Minninger verfolgt intensiv die internationale Klimapolitik der Bundesregierung und hat ihre Einschätzungen der letzten Klimakonferenz in Sharm El-Sheik schon Ende letzten Jahres online gestellt. Den Artikel finden Sie hier.
 
- Was Sie bei Ihrer nächsten Urlaubsreise beachten sollten, wie nachhaltiger Tourismus aussehen kann, dieser Frage geht Brot für die Welt im Journal „Tourismus“ nach, das sie hier herunterladen können. 
 
Friedensgutachten 2023

In diesem Gutachten kommen Friedensforscher:innen zu Wort, welche den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine analysiert haben und auf 150 Seiten verschiedene Aspekte beleuchtet haben. Das komplette Gutachten können Sie hier  downloaden oder  hier eine kurze Zusammenfassung lesen.
 
 

Hamburg (17.05.2023)
Die Evangelische Mission Weltweit (EMW) hat Anfang Mai sieben neue Projekte zu Ökotheologie für eine Förderung ausgewählt. Anfang des Jahres startete die EMW eine Pilot-Ausschreibung: 3x 50.000 Euro werden in den Jahren 2023-2025 ausgeschüttet. Zugelassen sind Anträge für Projekte von bis zu 7.000 Euro. Dieses Mal konnten so sieben Projekte zur Förderung ausgewählt werden.
 
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat auf seiner Vollversammlung in Karlsruhe 2022 das Papier „Der lebendige Planet: Streben nach einer gerechten und zukunftsfähigen weltweiten Gemeinschaft“ verabschiedet. Darin haben sich die Mitgliedskirchen verpflichtet, Institutionen für theologisches Lernen und Lehren zu ermutigen, Studienprogramme oder Stipendien im Bereich Ökotheologie anzubieten. „Als ökumenische Partnerin des ÖRK unterstützen wir den dringenden Appell des Weltkirchenrats. Nach intensiven Beratungen in den Gremien der EMW haben wir uns daher zur besonderen Förderung von Ökotheologie in der theologischen Ausbildung entschieden“, erklärt EMWDirektor Rainer Kiefer.
 
Eingereicht werden können Projekte, die die ökologische Bewusstseinsbildung mit einer theologischen Reflexion verknüpfen; die Praxis und Lehre der Theologie zu diesem Thema stärken; die die Studierenden auf dem Campus in das jeweilige Projekt aktiv integrieren. Zusätzlich soll ein Netzwerk geschaffen werden, das grüne theologische Ausbildungsstätten miteinander verknüpft und in eine gegenseitige Unterstützung bringt.
 
Auf die Ausschreibung der EMW waren 29 Anträge aus 16 Ländern von ihren PartnerInstitutionen in der theologischen Ausbildung weltweit eingegangen. Hieraus hat der Ausschuss für Theologische Ausbildung bei seiner Sitzung Anfang Mai in Hamburg sieben Projekte ausgewählt. Darunter waren z. B. eine argentinische Hochschule, die eine nachhaltige „Öko-Aula“ errichten will, in der dann ganzheitlich zum Thema unterrichtet werden kann; ein Projekt aus Jakarta/Indonesien, das einen Campus-Garten anlegen will, um in dem tropischen Klima in der Stadt die Luft merklich zu verbessern; und ein Projekt in Ruanda, das versucht, einen neuen Campus-Garten zur Selbstversorgung in der Mensa und noch darüber hinaus für die benachbarten Dörfer aufzubauen.
 
Evangelische Mission Weltweit e.V. (EMW) ist eine Gemeinschaft von evangelischen Kirchen, Werken und Verbänden in Mission und Ökumene. Missionstheologie, theologische Ausbildung weltweit, Schöpfung und Nachhaltigkeit, Dialog der Religion, interkulturelle und kontextuelle Theologien sowie Frieden und Gerechtigkeit gehören zu den Themen der Dach- und Fachorganisation.
Kontakt: Tanja Stünckel, Tel. 040 25456-108; E-Mail: presse@mission-weltweit.de
 

Start des internationalen EMS-Bibelleseprojekts:
Mit der Bibel die Umwelt schützen
 
(Stuttgart/Schmitten, 18. November 2022) Zeitgleich zum Ende der UN-Klimakonferenz in Ägypten hat die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) am letzten Tag ihrer Vollversammlung in Arnoldshain (Taunus) ihren Dreijahresschwerpunkt „Bewahrung der Schöpfung“ gestartet. Ein Kernstück der Kampagne ist das internationale Projekt „Die Bibel lesen mit den Augen Anderer“, bei dem unsere Schöpfungsverantwortung im Mittelpunkt steht.
 
Klimawandel, Artensterben, Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung sind derzeit die großen ökologischen Problemfelder mit globaler Reichweite. Die Dringlichkeit ist inzwischen allen bewusst – auch Religionsgemeinschaften sind gefragt. Daher hat die EMS mit ihren 30 Mitgliedskirchen und Missionsgesellschaften in Afrika, Asien, Europa und dem Nahen Osten das Thema „Schöpfungsbewahrung“ für die Jahre 2022 bis 2024 zum Fokus gewählt. Drei Säulen bilden die Aktion: Neben dem „Green Ambassador"-Multiplikatoren-Programm und der Umweltzertifizierung EMASplus der Geschäftsstelle in Stuttgart steht zunächst das interkulturelle Bibelleseprojekt im Zentrum. Zum Ende der EMS-Vollversammlung wurde der offizielle Startschuss dafür gegeben.
 
Die EMS-Gemeinschaft von Christinnen und Christen auf drei Kontinenten kennt Umweltkrisen aus erster Hand. Pfarrer Alexander Rondonuwu, Kirchenpräsident der Protestantisch-Indonesischen Kirche in Donggala (GPID) schilderte während der Vollversammlung eindringlich, wie ausländische Minenfirmen in Zentralsulawesi die Abholzung der Wälder vorantreiben. Erdrutsche und Brände sind die Folgen: „Unser Land wird zerstört, unsere Lebensgrundlagen verschwinden ebenso wie viele seltene Tierarten. Wir können alleine kleine Dinge tun, aber wir haben hier ein großes Problem, das gemeinsame Advocacy braucht."
 
Pfarrerin Anne Heitmann, die neue stellvertretende Vorsitzende der EMS-Vollversammlung, die bei der Evangelischen Kirche in Baden für die weltweite Ökumene zuständig ist, sieht eine besondere Verantwortung, aber auch besondere Chancen für die Kirchen und die EMS: „Die biblischen Texte zeigen, dass wir unser enges, auf den Menschen zentriertes Verständnis von Schöpfung überwinden und zu ‚guter Haushalterschaft‘ übergehen müssen.“ Dies unterstrich auch Gastrednerin Dr. Henriette Hubarat-Lebang, Präsidentin für Asien im Weltkirchenrat, die online zugeschaltet war. „Wir müssen zu Menschen werden, die sich um die Belange der gesamten Schöpfung kümmern und die bereit sind, die schrecklichen Wunden, die wir unserer Erde durch Ausbeutung zugefügt haben, zu heilen.“
 
Das EMS-Bibelleseprojekt soll hier konkrete Ansätze bieten. Ein internationales Projektteam hat dafür sieben Bibelstellen ausgesucht und Materialien für Bibellesegruppen erarbeitet. Mit dabei sind bekannte Texte wie die Geschichte von der Arche Noah. Auch Kinderstimmen aus Südafrika, Indien und Indonesien werden dazu hörbar gemacht. Durch den internationalen Austausch mit Bibellese-Tandemgruppen soll der Blickwinkel global geweitet und Schöpfungsverantwortung in ein neues Licht gerückt werden. Daraus sollen Handlungsimpulse entstehen: Denkbar sind Recycling- und Energieeinsparaktionen ebenso wie Müllsammelaktionen an Stränden oder Bachläufen und vieles mehr.
 
Alle Interessierten können sich ab sofort hier registrieren.
Weitere Informationen zum Bibelleseprojekt finden Sie zudem hier.
 

Mein Tag auf der 11.Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen 
 
Dienstag, den 6.9.22/Karlsruhe: Als ich am Morgen in Karlsruhe am Bahnhof ankomme, merke ich sofort, dass etwas anders ist. So gibt es einen Stand am Bahnhof, wo Helfer:innen fragen zur Vollversammlung beantworten und ich sehe viele Menschen, welche ein Ticket für die Vollversammlung um ihren Hals tragen. Bei der Akkreditierung erhalte auch ich mein Tages-ticket und kann nun nach einem Sicherheitscheck auf das Gelände der Vollversammlung.
 
Zuallererst nehme ich am Morgengebet teil, welches draußen unter einem riesigen Zelt stattfindet. Nach und nach treffen Menschen aus aller Welt ein, bis fast alle Plätze belegt sind. Es wird gemeinsam gesungen, auf unterschiedlichen Sprachen Fürbitte gehalten und ein kurzes Anspiel gibt einen Einblick auf das heutige Thema, des im Anschluss folgenden thematischen Plenums. Besonders berührt hat mich beim Morgengebet jedoch, dass alle Anwesenden diesen spirituellen Moment gemeinsam teilen und es sich, beispielsweise durch das Sprechen des Vater Unsers in der Muttersprache, zu eigen machen.
 
Nach dem Morgengebet findet im Kongressgebäude das thematische Plenum statt. Menschen strömen herein und erhalten am Eingang in den Saal Kopfhörer, welche in unterschiedlichen Sprachen das auf der Bühne gesagte übersetzen. Der ÖRK zeigt durch die Übersetzung in Gebärdensprache auf Leinwänden neben der Bühne die Wichtigkeit von Inklusion und Sensibilität bei solchen Veranstaltungen.
 
Das Thema des Plenums lautet: „Menschenwürde und unser aller Menschsein bekräftigen“. Dies wird aufgegriffen, indem das Anspiel aus dem Morgengebet weitergeführt wird. Dieses Anspiel zeigt die Erzählung aus Markus 7,26, welche von der Heilungsbitte einer griechischen Heidin an Jesus handelt. Im Anschluss darauf folgte eine Podiumsdiskussion mit unterschiedlichen Menschen, welche innerhalb der Kirche arbeiten und zu marginalisierten Gruppen gehören. Als Zuschauer erlebte man so einen Austausch über unterschiedliche Wirkungsweisen von Diskriminierung, die in der Kirche stattfanden und auch heute noch stattfinden, sowie die persönlichen Vorstellungen und Wünsche der Redner:innen. Hierbei wurde deutlich, dass die Kirche kein stiller Beobachter von Diskriminierung sein darf und das Bewusstwerden und die Aufarbeitung der eigenen rassistischen, sexistischen und ableistischen Kirchengeschichte essenziell ist.
 
Mit diesen Gedanken ging es für mich weiter zu einem Vortag von United4Rescue in der Neuapostolischen Kirche in Karlsruhe, welches Teil des öffentlichen Begleitprogrammes war. Das Thema des Vortrags lautete: „Man darf keine Menschen ertrinken lassen.“. Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm war als Redner vor Ort und erläuterte den Entstehungsprozess der kirchlichen Unterstützung von United4Rescue. So fragte er sich im Rahmen des Kirchentages:
 
„Warum sagen wir nicht als Kirche mit anderen zusammen, wir schaffen uns ein Boot zu, wir nehmens nicht hin, sondern wir helfen sehr direkt? … natürlich auch als politisches Zeichen, als Akt der Diakonie.“
 
Für ihn und viele weitere ist Seenothilfe diakonisch, eine notwendige Hilfeleistung, welche sich nicht von anderem diakonischem Handeln der Kirche unterscheidet. Es gehöre somit zum Selbstbild der Kirche und ihrer Mitglieder. Unterstützt wurde dieser Vortrag, welcher in einem offenen Austausch endete mit einer Ausstellung von Informationen zu United4Rescue.
 
Nach dem Vortrag ging es für mich zurück auf das Vollversammlungsgelände, vorbei an dem Brunnen, um welchen vielerlei Infostände aufgebaut wurden. Dort nutze ich die Gelegenheit in der Networking Zone Gespräche zu führen und neue Kontakte zu knüpfen. Zudem gab es Mittagessen auf dem Gelände.
 
Der darauffolgende Workshop von Sicherheit neu denken fand ebenfalls in der Neuapostolischen Kirche statt und wurde von dem Fachgruppenmitglied und Leiterin des Friedensinstituts Karin Hinrichs geleitet. Hier wurde zuerst die Vision von Sicherheit neu denken durch Fachgruppenmitglied Ralf Becker erläutert, während danach durch zwei Redner:innen die Auswirkung des Konzeptes u.a. auch im Ausland verdeutlicht wurde. Weiterhin wurde auch hier der Raum für Fragen geöffnet, welches in einer offenen Diskussion mündete, welche das Sicherheitskonzepts hinsichtlich des Konflikts in der Ukraine betrachtete. Hierbei fiel mir besonders das Fach- und Hintergrundwissen der Teilnehmer:innen des Workshops auf, welche zum Teil Delegierte und Teilnehmer:innen der Vollversammlung waren.
 
Danach endete das offizielle Programm des Vollversammlungstages mit dem Abendgebet draußen im Gebetszelt, welches ähnlich wie das Morgengebet ablief. Besonders geprägt  wurde die Stimmung vor allem durch den thematischen Fokus auf der Orthodoxie im Nahen Osten. Hierbei wurden unterschiedliche Gebete gesprochen und Lieder auf verschiedenen Sprachen vorgetragen und gemeinsam gesungen. Dies zeigte mir noch einmal, wie vielfältig das Christentum und die Auslebung des persönlichen Glaubens ist. Es war eine berührende und bestärkende Stimmung durch die Gemeinschaft von Christen aus aller Welt.
 
In Anschluss daran nahm ich an meinem letzten Workshop des Tages teil, indem ich die Lesung von Sarah Veceras Buch „Wie ist Jesus weiß geworden?“ besuchte. Hier erzählte die Autorin etwas zum Entstehungsprozesses, las einige Stellen vor und beantwortete Fragen der Zuhörer:innen. Hierbei wurde deutlich, dass Rassismus eine Rolle innerhalb der Kirche spielt und dies an verschiedenen Stellen deutlich wird, jedoch wenig Beachtung erfährt und nicht als rassistisch wahrgenommen wird. Vecera benennt Problematiken, entlässt die Zuhörer:innen jedoch nicht hoffnungslos, sondern bestärkt Sie sensibler für die Erkennung und Aufdeckung von Rassismus innerhalb der Kirchen zu sein.
 
Im Hinblick auf meinen Tag nehme ich vieles von meiner Teilnahme an der Vollversammlung mit. So gehe ich bestärkt von der internationalen und ökumenischen Gemeinschaft heraus, erkenne jedoch auch die Defizite der Kirche weltweit. Dies trägt auch heutzutage zur Diskriminierung von Menschen bei, ohne dies vollends anzuerkennen. Es wird deutlich, dass gemeinsames Handeln notwendig für ein friedlicheres, gerechteres und nachhaltigeres Leben ist. Die Vollversammlung ermutigt nach hinten und nach vorn zu blicken, jedoch die Gegenwart und das eigene aktuelle Handeln nicht außer Acht zu lassen.
 
Alles in allem gibt es mir Hoffnung für die zukünftige Entwicklung der Kirche und weckt einen Wunsch in mir Teil des notwendigen Wandels zu sein.
 
Ein Bericht von Ineke Appeldorn
 

Jede Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen hat in der Vergangenheit eine Botschaft formuliert, um von den Erfahrungen der Vollversammlung und dem inspirierenden Charakter ihrer Arbeit zu berichten. Unsere Botschaft darf und soll in jeder einzelnen Gemeinde unserer Mitgliedskirchen verlesen und in allen kirchlichen Medien veröffentlicht werden. Wir hoffen, dass sie in viele Sprachen der Welt übersetzt wird und umfassend Anwendung findet. Es wäre schön, wenn sie erörtert und auseinandergenommen wird, wenn darüber nachgedacht wird und sie im Gebet bedacht wird, denn sie steht für den Austausch und die Gebete von über 4.000 Menschen, die an der Vollversammlung teilgenommen und sich an unserem Streben nach der Einheit beteiligt haben, die Christus uns schenkt. Wir übergeben die Botschaft heute an Sie und bitten Sie, sie an alle christlichen Gläubigen und alle Menschen guten Willens weiterzutragen, damit wir zusammen herausfinden können, wie die Liebe Christi die Welt bewegt, versöhnt und eint.
 
Ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln
 
„Denn die Liebe Christi drängt uns.“
(2.Kor 5,14)
 
„Kommt, folgt mir nach!“
Seit dem Zeitpunkt als er auf der Erde unterwegs war und auch in diesem gegenwärtigen Moment spricht Jesus diese Worte unermüdlich zu jedem Menschen. Jesu Leben, Worte und Taten sind eine permanente Einladung, sich zu bewegen – von einem physischen Ort an einen anderen, von einer Gruppe Menschen zu einer anderen, von einer Denkart zu einer anderen. Vor allem aber ruft uns Jesus angesichts der vielen Probleme in Welt auf, zu ihm zu kommen und in seiner Liebe zu bleiben, einer Liebe, die der ganzen Welt gilt (vgl. Mt 11,28).

Das allerletzte Buch in der Bibel, das Buch der Offenbarung, spricht über die uralten Kräfte, die menschliches Leid in der Welt verursachen: Krieg, Tod, Krankheit und Hunger. Während wir als Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2022 in Karlsruhe zusammenkommen, sind wir uns der Ausdrucksformen dieser Kräfte in der Welt von heute schmerzlich bewusst. Sie führen zu Ungerechtigkeit und Diskriminierung, und jene, die Macht haben, nutzen sie oftmals, um andere zu unterdrücken, anstatt Inklusion, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.

Einzelpersonen, Völker und Länder sind darüber hinaus mit Katastrophen konfrontiert, die direkt auf eine verantwortungslose und zerbrochene Beziehung mit der Schöpfung zurückgehen, die wiederum zu ökologischer Ungerechtigkeit und einer Klimakrise geführt hat. In dem Maße, in dem der Klimanotstand Fahrt aufnimmt, nimmt auch das Leiden von mittellosen und marginalisierten Menschen zu.

Auf dem Pilgerweg, den wir als Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen gemeinsam fortsetzen wollen, ist unsere Gemütslage jedoch geprägt von froher Erwartung und Hoffnung, ja sogar Freude, denn durch die Kraft des Heiligen Geistes richtet sich Christi Einladung weiterhin an alle Menschen, ja die ganzen Schöpfung.

„Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt.“ Als Antwort auf den Aufschrei aller Leidenden drängt uns diese Liebe, in Solidarität zu ihm zu kommen und gemeinsam zu handeln und für Gerechtigkeit einzutreten. Wir sind aufgefordert, uns in der Liebe Gottes zu versöhnen und Zeugnis abzulegen für die Liebe, die in Christus offenbart wurde (1.Joh 4,9-11).

Versöhnung ist eine Bewegung hin zu Gott und zueinander. Sie verlangt eine Bereitschaft, Gott zuzuhören und uns gegenseitig zuzuhören. Sie bedeutet eine Verwandlung des Herzens – von Ichbezogenheit und Gleichgültigkeit hin zu Dienst und Inklusion –, die auch unsere Wechselbeziehung mit der Schöpfung anerkennt. Wir bekennen, dass wir immer wieder scheitern, uneinig sind und zuweilen in entgegengesetzte Richtungen gehen, obwohl wir uns von ganzem Herzen danach sehnen, Gott und unseren Nächsten zu dienen. Wir bekennen, dass wir die transformierende Kraft der Liebe Christi brauchen, um eine Welt zu schaffen, die wahrhaftig versöhnt und vereint ist.

Christliche Gläubige und die Strukturen, die wir aufgebaut haben, tragen eine Mitschuld an dem Missbrauch anderer, und wir müssen Buße tun und uns dieser Bewegung der Versöhnung anschließen. Angesichts von Krieg, fehlender Gleichstellung und den Sünden gegen die Schöpfung in der Welt von heute, ruft uns die Liebe Christi auf zu Buße, Versöhnung und Gerechtigkeit.

Unser gemeinsamer Weg
Trotz unserer großen Vielfalt haben wir auf unserer Vollversammlung noch einmal neu gelernt, dass wir uns gemeinsam auf einen Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit begeben müssen.
 
Auf unserer Tagung hier in Deutschland, erfahren wir, was ein Krieg kostet, und erfahren etwas über mögliche Versöhnung;
wir hören zusammen das Wort Gottes und verstehen unsere gemeinsame Berufung;
wir hören einander zu und sprechen miteinander, wir rücken näher zusammen;
wir wehklagen gemeinsam und öffnen uns für den Schmerz und das Leid der anderen;
wir arbeiten zusammen und einigen uns auf gemeinsames Handeln;
wir feiern gemeinsam und freuen uns über die Freude und die Hoffnungen der anderen;
wir beten gemeinsam, entdecken die Vielfalt unserer Glaubenstraditionen und spüren den Schmerz, den unsere Spaltungen verursachen.  
 
„Gehet hin in alle Welt“
Seit dem Zeitpunkt als er in den Himmel aufgefahren ist und auch in diesem gegenwärtigen Moment gibt Jesus unermüdlich allen, die ihm nachfolgten, diesen Auftrag.

Versöhnung bringt uns näher zu Gott und näher zu einander, und sie eröffnet uns einen Weg hin zu einer in der Liebe Gottes begründeten Einheit. Als christliche Gläubige sind wir aufgerufen, in der Liebe Christi zu verweilen und eins zu sein (Johannes 17). Eine solche Einheit, die ein Geschenk Gottes ist und die aus Versöhnung entsteht und in seiner Liebe verankert ist, rüstet uns zu, die dringenden Probleme in der Welt anzugehen. Wir werden die Kraft finden, aus einer Einheit heraus zu handeln, die in der Liebe Christi verankert ist, denn sie rüstet uns zu, zu lernen, was zum Frieden dient, Spaltung in Versöhnung zu verwandeln und uns für die Heilung des gesamten lebendigen Planeten einzusetzen. Die Liebe Christi erhält uns alle in der Aufgabe, einander anzunehmen und Ausgrenzung zu überwinden.

Wir haben eine Kostprobe dieser Liebe bekommen, als wir hier aus unseren 352 Mitgliedskirchen und mit unseren ökumenischen Partnern, Freunden aus anderen Glaubensgemeinschaften und aus allen Weltregionen zusammengekommen sind, um in all unserer Vielfalt dennoch nach Einheit zu streben. Zusammen haben wir den Stimmen gelauscht, die in unserer heutigen Welt oftmals marginalisiert werden: Frauen, jungen Erwachsenen, Menschen mit Behinderungen und indigenen Völkern.

Wir sehnen uns nach einer umfassenderen Bewegung, nach Versöhnung und Einheit für alle Menschen, ja, den ganzen Kosmos. Das wäre eine Einheit, in der Gott Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für alle schaffen würde, durch die die Schöpfung erneuert und gestärkt werden kann. Wir verlassen uns in unserem Engagement und Eintreten für Klimagerechtigkeit auf die Liebe Christi. Wir schließen uns der Vollversammlung in Amsterdam (1948) an, dass „Krieg [...] nach Gottes Willen nicht sein [soll]“, und auch der Vollversammlung in Nairobi (1975), dass „Rassismus [...] Sünde gegenüber Gott [ist]“. Wir bedauern, dass wir diese Erklärungen hier wiederholen müssen.

Wir haben auf unserer Vollversammlung viel gesprochen, aber daraus auch eine neue Entschlossenheit abgeleitet. Nun bitten wir Gott, uns bei der Umwandlung unserer Bekenntnisse und Verpflichtungen in Taten zu unterstützen. Wir verpflichten uns, mit allen Menschen guten Willens zusammenzuarbeiten. Und während wir uns über die Früchte unserer Arbeit hier in Karlsruhe Gedanken machen, laden wir alle Menschen ein, mit uns auf den Pilgerweg zu kommen. Denn in Christus wird alles neu werden. Seine Liebe, die für alle Menschen offen ist, auch den letzten, den geringsten und den verloren gegangenen, und die allen Menschen gilt, kann uns antreiben und uns auf unserem Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit zurüsten.
 
Die Botschaft der Vollversammlung zum Download und in weiteren Sprachen finden Sie hier.
 
 

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) beabsichtige, auf seiner Vollversammlung in Karlsruhe Ende August das Problem der Klimagerechtigkeit anzugehen und die Notwendigkeit der Wahrung der Schöpfung zu betonen, sagte der geschäftsführende ÖRK-Generalsekretär Priester Prof. Dr. Ioan Sauca.
 
Das Interview mit Priester Prof. Dr. Ioan Sauca wurde von Dr. Stephen Brown, Herausgeber der Fachzeitschrift des ÖRK, The Ecumenical Review, geführt.
 
12.August 2022
„Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, wird unser Planet in fünfzig Jahren unbewohnbar sein“, sagte Sauca am 12. August in Genf, in den Büros des ÖRK. „Wir müssen jetzt handeln“, sagte er.
 
An der 11. ÖRK-Vollversammlung, die am 31. August in Karlsruhe zum Thema „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“ eröffnet wird und bis zum 8. September dauert, werden über 4500 Teilnehmende erwartet. Sauca sagte, auf der Vollversammlung würden „Leitungspersonen aufgefordert werden, jetzt für die Wahrung unseres gemeinsamen Planeten Erde zu handeln.“ Das erste thematische Plenum der Vollversammlung wird am 1. September stattfinden, am Tag, den die Kirchen weltweit als Tag der Schöpfung feiern, sagte Sauca.
 
„Der Schwerpunkt auf die Schöpfung wird in diesem Plenum deutlich hervorgehoben werden“, sagte Sauca weiter. „Es ist ein theologisches Thema. Gottes Plan in Christus umfasste auch die Versöhnung mit und die Heilung der gesamten Schöpfung.“ Sauca sagte, in Karlsruhe würden Botschaften von christlichen Führungspersonen aus der ganzen Welt ausgesprochen werden, einschließlich von Seiner Allheiligkeit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I und Seiner Heiligkeit Papst Franziskus. Damit würde die Bedeutung von Gottes Schöpfung hervorgehoben.
 
Er rief in Erinnerung, dass sich der ÖRK auf der Agenda der Welt schon lange an vorderster Stelle für das Thema Klimagerechtigkeit einsetzt und an der Klimakonferenz in Paris 2015 eine ausschlaggebende Rolle spielte. Klimapilgerinnen und Klimapilger aus der ganzen Welt, einschließlich aus Deutschland, fanden sich 2015 in der französischen Hauptstadt ein, um Handlungen für die Klimagerechtigkeit zu fordern und ihre Unterstützung für die Wahrung der Schöpfung zu bekräftigen.
 
„Für den ÖRK ist die Schöpfung nicht einfach ein aktuelles Thema unserer Zeit, sondern ein grundlegender Bestandteil unserer Identität“, sagte Sauca. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz von Glasgow 2021 versammelte sich Sauca mit anderen religiösen Führungspersonen in Rom, von wo aus sie die Staats- und Regierungschefs der Welt aufriefen, die Dringlichkeit der Krise anzuerkennen und Maßnahmen zum Schutz von Gottes Schöpfung zu ergreifen.
 
Der ÖRK sei die einzige im Glauben verankerte Organisation, die auf dem Weg zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) ständig präsent war, und sich seit dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992 an allen Klimakonferenzen der Vereinten Nationen beteiligte, bemerkte Sauca, doch habe der ÖRK bereits vor Rio eine wichtige Rolle gespielt, um auf die Gefahren für die Umwelt aufmerksam zu machen.
 
Bereits 1974 organisierte der ÖRK eine Weltkonferenz über Wissenschaft und Technologie für eine menschliche Entwicklung, aus der der Aufruf nach einer „nachhaltigen und gerechten Gesellschaft“ hervorging. Darauf folgte 1979 eine ÖRK-Konferenz am Massachusetts Institute of Technology in den USA, auf der vor dem Klimawandel wegen der Zunahme an Kohlendioxid gewarnt wurde.
Sauca bemerkte, die ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe werde die Bestrebungen zur Wahrung der Schöpfung der Deutschen Kirchen und Menschen hervorheben. Diese Bewegung sei auf die 1970er Jahre zurückzuführen, als das Engagement des ÖRK für die Umwelt dazu beitrug, in den Kirchen der DDR eine Umweltbewegung anzustoßen.
Sauca lobte die kürzlich geäußerte Erklärung von Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock, die Klimakrise sei „das größte Sicherheitsproblem für alle Menschen auf der Erde“.
 
Am 8. August war Sauca nach Genf zurückgekehrt, nach einem „bewegenden“ sechstägigen Besuch in der Ukraine, mit dem der Bevölkerung vor Ort Solidarität bekundet sowie gewährleistet wurde, dass auf der ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe Stimmen aus der Ukraine präsent sein werden.
Sauca sagte, dem ÖRK-Team zu Besuch bei Christinnen, Christen und Kirchen in der Ukraine sei gesagt worden, dies sei das erste Mal gewesen, dass hochrangige religiöse Führungspersonen Kirchengemeinden vor Ort besucht hätten. „Wir fuhren mit dem Auftrag von unseren Leitungsgremien in die Ukraine, eine ukrainische Teilnahme in Deutschland sicherzustellen und den Ukrainerinnen und Ukrainern die Gelegenheit zu geben, selbst über ihre Situation zu sprechen“, sagte Sauca.
 
Das wichtigste Leitungsgremium des ÖRK, der Zentralausschuss, hatte im Juni einen Vorschlag diskutiert, die Russische Orthodoxe Kirche als Mitglied des ÖRK auszusetzen, vertrat aber schließlich einstimmig die Meinung, dass der ÖRK eine offene Plattform bleiben soll, auf der sich die Kirchen begegnen und sich gegenseitig hinterfragen können.
 
Der ÖRK bringt Menschen zusammen, „nicht, weil sie miteinander übereinstimmen, sondern weil sie sich nicht einig sind“, sagte Sauca.
„Dies bedeutet hingegen nicht, dass wir den Krieg gutheißen, der am 24. Februar angefangen hat“, fuhr er fort. Der ÖRK-Zentralausschuss beschrieb diese Handlung als einen illegalen und ungerechtfertigten Krieg gegen die Menschen und den souveränen Staat der Ukraine. 
 
Mit Blick auf die Situation in Israel und Palästina sagte Sauca, der ÖRK verfolge keinen einseitigen Ansatz. Der ÖRK erkennt den Staat Israel seit seiner Gründung 1948 an, bekräftigt das von den Vereinten Nationen anerkannte Existenzrecht, anerkennt das Recht Israels, seine Bewohnerinnen und Bewohner nach Völkerrecht zu schützen und unterstützt die Zusicherungen der territorialen Integrität Israels und aller Nationen in der Region.
 
Der ÖRK hat immer wieder für ein Ende der Gewalt aufgerufen, alle Formen von Antisemitismus verurteilt, zu einem Ende der rechtswidrigen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten aufgerufen und Verhandlungen für eine Zweistaatenlösung für den dortigen Konflikt gefördert.
 
„Wir hoffen, dass diese beiden Völker eines Tages auf dem Weg zu Frieden, Versöhnung und gerechtem Frieden zusammenleben können“, so Sauca.
 
Hier können Sie das WCC-Interview mit Rev. Prof. Dr. Ioan Sauca sehen.
 
Die Erklärung zur Notwendigkeit einer wirksamen Reaktion auf den Klimanotstand können Sie hier lesen.
 
 
 

Passend zur 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe wird verschiedenes Begleitmaterial herausgegeben.
 
So finden Sie hier das allgemeine Begleitmaterial zu den Abläufen und bürokratischen und thematischen Hintergründen der Vollversammlung.
 
Thematisches Material für Gottesdienste können Sie hier einsehen.
 
Zudem finden Sie weitere englischsprachige Informationen hier. Deutschsprachige Informationen können hier gefunden werden.
 

Zur 11. Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen kommen bis zu 5.000 internationale Gäste aus 350 Mitgliedskirchen nach Karlsruhe. Ein Ereignis was nur alle acht Jahre stattfindet und zum ersten Mal in seiner über 70 Jährigen Geschichte.
 
Mehr Informationen finden Sie hier.
 
Weitergehend finden Sei hier den Bericht über die Jahrestagung Mission und Ökumene 2022
vom 11.-13. Juli in Bad Herrenalb.
 
 
 

Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens“ (Lukas 1, 79)
 
Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden verurteilt mit aller Entschiedenheit den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine. Sie ist entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung und der Gewalt. Der Krieg führt zu fürchterlichem Leiden unter der Zivilbevölkerung in der Ukraine und unter den Menschen, die auf beiden Seiten kämpfen müssen oder wollen. Die Invasion Russlands ist ein Bruch des Völkerrechts und durch nichts zu rechtfertigen. Der Krieg vernichtet das Leben vieler Menschen in der Ukraine, bedroht die zivile Weltordnung und das friedliche Zusammenleben der Menschen auf der Grundlage des Völkerrechts. Infolge der anhaltenden Aggression der russischen Armee führen Ernährungsengpässe insbesondere für die Ärmsten und Schwächsten weltweit zunehmend zu Hunger und Not.
 
Die Landessynode fordert die russische Regierung auf, die Kampfhandlungen sofort einzustellen, ihre Truppen unverzüglich aus der Ukraine abzuziehen und weiteres Blutvergießen zu verhindern.
 
Die Landessynode weiß sich allen Kriegsopfern verbunden, insbesondere den Menschen in der Ukraine. Sie ist dankbar für die vielen Engagierten auch in der badischen Landeskirche, die den geflüchteten Menschen helfend zur Seite stehen. Sie leisten humanitäre Hilfe, setzen Zeichen der Solidarität und zeigen ihre Verbundenheit im Gebet. Mit großer Achtung und Respekt schaut die Landessynode auf alle, die in Russland mutig gegen den Krieg protestieren oder sich weigern, daran teilzunehmen.
 
Die Evangelische Landeskirche in Baden versteht sich als eine Kirche auf dem Weg zum gerechten Frieden. Vor diesem Hintergrund fordert sie eindringlich, diplomatische Wege offenzuhalten und intensiv zu nutzen, um mit friedlichen Mitteln Wege zum Frieden zu finden.
Die Landessynode achtet das Recht auf Selbstverteidigung der Ukraine. Auf dieser Grundlage kann sie die Entscheidung der Bundesregierung nachvollziehen, gemeinsam mit anderen Nationen neben finanzieller und humanitärer Unterstützung auch Waffen für die Verteidigung der Ukraine zu liefern. Sie bringt zugleich ihre Sorge zum Ausdruck, dass Waffenlieferungen die Gefahr einer weiteren Eskalation des Krieges mit sich bringen können.
 
Die Landessynode fühlt sich durch die Invasion der russischen Armee in der Ukraine und den weiter andauernden Krieg herausgefordert und verpflichtet, ihre friedensethischen Grund-entscheidungen der vergangenen Jahre erneut aufzugreifen und kritisch zu diskutieren.
 
Die Landessynode bittet die Landesbischöfin und den Evangelischen Oberkirchenrat, die kirchlichen Kontakte in die Ukraine und nach Russland intensiv zu nutzen, um die Kräfte zu stärken, die sich für den Frieden einsetzen.
 
Die Landessynode bittet die Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in Baden, in Fürbitte und Gebet auch weiterhin insbesondere die Menschen der Liebe Gottes anzuvertrauen, die unter Krieg und Vertreibung leiden. Sie dankt für alle Zeichen der Solidarität und den Mut, der sich dem Unrecht und der Gewalt entgegenstellt.
 
Die Landessynode ermutigt die Gemeinden, Dienste und Werke, sich auch weiterhin vor Ort für geflüchtete Menschen einzusetzen und ihnen die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen im Bereich der schulischen Versorgung oder der Kindertagesstätten, die seelsorgliche Begleitung der Geflüchteten sind ebenso wichtig wie konkrete Hilfen im Alltag.
 
Mit der Barmer Theologischen Erklärung erinnert die Landessynode in der „noch nicht erlösten Welt“ an „Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit” und damit an die “Verantwortung der Regierenden und Regierten” für das Zusammenleben der Menschen in Frieden und Gerechtigkeit. Sie vertraut darauf, dass Gott insbesondere die Verantwortlichen in der Politik auf allen Seiten lenkt, Wege zu finden, den Krieg schnell zu beenden. Die Landessynode teilt mit der Christenheit weltweit die österliche Hoffnung, dass die Liebe Christi die Mächte des Todes überwunden hat.
 
 
Hier können sie die Stellungnahme der Landessynode als PDF herunterladen.
 

In Strasbourg trafen sich 60 in den Kirchen und verschiedenen Friedensinitiativen Engagierte aus Baden-Württemberg und Frankreich, um miteinander und mit Politikerinnen des Europaparlaments über Rüstungsexporte zu diskutieren. In einer gemeinsamen Resolution am Ende der ökumenischen Tagung fassten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Forderungen zusammen.
 
Schon vor dem Krieg in der Ukraine hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg zusammen mit den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Bistümern in Baden und Württemberg eingeladen zu einer Tagung über Rüstungsexporte von 7. bis 8. April in Straßburg. Während des Treffens wurde deutlich, dass die kirchliche Kritik an Rüstungsexporten in Krisengebiete der Welt nach wie vor begründet ist. Staatliche Waffenlieferungen an die Ukraine, die angesichts des russischen Angriffskrieges vielen legitim erscheinen, seien zu unterscheiden von Rüstungsexporten nach Afrika, an Länder der arabischen Halbinsel und andere Krisengebiete der Welt, so ein Ergebnis der Tagung. Dort heize der primär aus ökonomischen Motiven getriebene Waffenexport Kriege wie im Jemen und regionale Konflikte zwischen Regierungen und Warlords an und führe zu Flüchtlingsbewegungen, die Menschen dann auch nach Europa trieben. Deshalb bekräftigten die Teilnehmenden in einer Resolution, dass das im Koalitionsvertrag der Ampelregierung verabredete restriktive Rüstungskontrollgesetz verabschiedet werden müsse. Dabei müsste auch zivilgesellschaftlichen Organisationen die Möglichkeit gegeben werden, gegen illegale Waffenlieferungen zu klagen (Verbandsklagerecht), da ansonsten die Opfer solcher Waffenlieferungen in Afrika, Asien und Lateinamerika kaum die Gelegenheit zur Klage hätten.
 
Zusammen mit den beiden Europaparlamentarierinnen Dr. Hannah Neumann (Die Grünen) und Özlem Demirel (Die Linke) und weiteren Experten aus der Friedens- und Konfliktforschung und dem Auswärtigen Amt diskutierten die Anwesenden, wie eine europäische Friedensordnung aussehen könne, die berücksichtigt, dass eine russische Regierung auch nicht vor einem Angriffskrieg zurückschreckt, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Dabei wurde deutlich, dass eine dauerhafte Sicherheit in Europa nicht allein mit militärischen Mitteln erreicht werden könne. Die verstärkte Europäisierung der Rüstungspolitik habe zwar insofern Vorteile, als durch das Teilen von Entwicklungs- und Produktionskosten und die Vergrößerung des Marktes innerhalb der EU der Druck genommen würde, in Drittländer liefern zu müssen. Andererseits müsse diese Entwicklung unbedingt einhergehen mit der Etablierung gemeinsamer Kontrollmechanismen, da sonst die Gefahr bestünde, dass europäische Rüstungsexportbegrenzungen durch nationale Rechte ausgehebelt würden. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang, dass mehrere europäische Staaten, darunter auch Frankreich und Deutschland, noch nach der Krim-Invasion und trotz Waffenembargos gegen Russland Waffen und militärisches Material im Wert von weit über 300 Mio. Euro nach Russland geliefert hätten. Waffen, die zum Teil jetzt im Ukraine-Krieg auf russischer Seite zum Einsatz kämen.
 
Bei der Tagung stellten auch verschiedene von den Kirchen unterstütze Friedensinitiativen ihre Arbeit vor. Seit 2011 trägt die auch von Kirchen unterstützte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ eine Kampagne für strengere Rüstungsexportbestimmungen. Mit warfree war eine Initiative aus Sardinien bei der Tagung beteiligt. Entstanden ist diese aus dem Protest gegen die Herstellung von Bomben in einer Tochterfirma des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall auf Sardinien. Die Kampagne warfree vereinigt kleine und mittlere Betriebe, die sich verpflichten, unabhängig von der Kriegsindustrie nachhaltig zu wirtschaften, und bieten ihnen mit dem Label „warfree“ eine gemeinsame Möglichkeit der Direktvermarktung. Auch diese Initiative wird von deutschen und italienischen Kirchen unterstützt.
 
Die Teilnehmenden verabredeten, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und in einer grenzüberschreitenden Initiative den Dialog mit der Europa-Politik fortzusetzen und für europäische Regelungen zur Begrenzung des Rüstungsexports einzutreten.
 
Alexandra Weber, Stellvertretende Pressesprecherin und Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
 
Den Wortlaut der Resolution der Tagungsteilnehmer*innen finden sie hier.
 
Den Bericht finden sie auch hier.
 

Anlässlich der feierlichen Eröffnung am 3. März 2022 betonte Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff die Notwendigkeit von Friedensbildung: „In einer weltpolitisch eskalierten und weiter eskalierenden Situation einen Studiengang ‚Friedenspädagogik‘ zu eröffnen, das ist eine herausfordernde, eine fast paradoxe Situation. Doch Bildung kann einen Beitrag dazu leisten, weiter nach Wegen für Frieden zu suchen.“
 
Auch Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh nahm in seinem Grußwort zur Eröffnung des Master-Studiengangs Bezug zur aktuellen politischen Lage: „Viele sehen in dem Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine eine Zeitenwende in der Sicherheitspolitik. Sie verkünden das Ende der Hoffnung auf eine regelbasierte internationale Ordnung; sie fordern eine schnelle Aufrüstung; sie setzen auf militärische Stärke. Die Evangelische Landeskirche in Baden setzt heute ein anderes, kleines, aber deutliches Zeichen gegen den Krieg und für einen nachhaltigen gerechten Frieden. Sie eröffnet am 8. Tag nach dem Einmarsch am Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule in Freiburg einen Masterstudiengang Friedenspädagogik – Peace-Education, der zivile Formen der Konfliktbearbeitung fördern soll.“
 
Friedensbildung habe sich systematische Gewaltkritik zu eigen gemacht, so Renate Kirchhoff. „Sie sucht direkte, strukturelle und kulturelle Gewaltsituationen auf, um auf ein Mehr an Gerechtigkeit hinzuwirken. Schalom muss die Perspektive sein. Zum anderen zielt Friedensbildung auf die Kompetenz, Alternativen zu den vermeintlichen Sachzwängen zu entwickeln; Fragen zu stellen, Informationen zu bewerten, potentielle Antworten systematisch zu durchdenken und in kontrovers besetzten Settings zur bewähren. Ich finde nach wie vor, dass das Szenario „Sicherheit neu denken“ ein Musterbeispiel ist für einen solchen Weg.“
 
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh betonte, dass Friedensbildung ein Qualitätsmerkmal evangelischer Bildungsarbeit sei: „Das wollen wir mit dem neuen Master-Studiengang Friedenspädagogik/Peace Education als Landeskirche noch einmal unterstreichen. Die pädagogische Rückbindung dieses Studiengangs ist einzigartig und passt nicht nur ausgezeichnet in das Profil der Evangelischen Hochschule Freiburg, sondern ergänzt auch das bestehende friedenswissenschaftliche Studienangebot in Deutschland um einen Master mit einem dezidiert pädagogischen Profil und einem Schwerpunkt auf der Frage nach den theologisch-philosophisch-ethischen Grundlagen der Friedensbildung."
 
Die Hochschule besetzt mit dem neuen friedenspädagogischen Master und ihrem 2020 gegründeten Friedensinstitut, in dessen Kontext der Studiengang entwickelt worden ist, ein Alleinstellungsmerkmal. Die Kombination von interdisziplinär ausgerichteter Forschung und dem Masterstudium im Bereich Friedenspädagogik ist deutschlandweit einmalig.
 
Alexandra Weber, Stellvertretende Pressesprecherin und Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
 
Den Bericht über den Masterstudiengang finden sie auch hier.
Mehr Informationen über den Studiengang finden sie hier.
 

Unter dem Motto #KeinGradWeiter ruft die Bewegung #FridaysForFuture und ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis für Freitag, 25.09.2020, zu einem weiteren großen Aktionstag auf. Viele Menschen sollen durch Kundgebungen oder z.B. Menschenketten an vielen Orten erneut deutlich machen, dass die Zivilgesellschaft hinter dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klima-Abkommens steht. Der Aufruf zum globalen Klimastreik wird von der Klima-Allianz Deutschland koordiniert und von vielen kirchlichen Gruppen unterstützt. So ruft das Bündnis Churches For Future des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit unter dem Motto „Es ist 5 vor 12!“ wieder dazu auf, sich zu beteiligen. 
 
Viele Gemeinden der Ekiba haben sich auch am Welt-Klimastreik im September 2019 beteiligt und so den Aufruf von Churches For Future und Fridays For Future unterstützt. Mehr Informationen dazu finden sie hier. Für die Ekiba wird der Fachbereich Frieden und Nachhaltige Entwicklung dem Bündnis Churches For Future beitreten und so die Anliegen von Fridays For Future unterstützen. Die Kundgebungen und Aktionen sollen in diesem Jahr natürlich Corona-konform stattfinden. Wir sind sicher, dass auch unter diesen Auflagen kreative Aktionen möglich sind!
 
Folgende konkrete Ideen für eine Beteiligung an diesem Aktionstag gibt es:
 
  • Abkündigungen/Fürbitten am Sonntag, den 20.09.2020: Informieren Sie sich über die unten genannten Links über Aktionen in Ihrer Nähe und werben Sie für die Teilnahme an diesen Aktionen. Nehmen Sie das Thema auch in den Fürbitten auf. Ein Vorschlag für eine Fürbitte findet sich im Aufruf von Churches for Future im Anhang.
  • Aktion „5 vor 12“: Senden Sie ein Foto Ihrer Kirchturmuhr, die auf „5 vor 12“ gestellt ist, oder Ihres Kirchturms zusammen mit einem Statement zum Klimaschutz per Email an info@oenwkg.de von Churches For Future. Seit dem 1. September, dem ökumenischen Tag der Schöpfung, veröffentlicht das Bündnis Fotos von „5vor12“-Kirchturmuhren bzw. Kirchtürmen weltweit und möchte so ein deutliches Zeichen setzen für Klimagerechtigkeit. Erste Beispiele finden Sie hier.

Hier bietet das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit Materialien und Anregungen zur Gestaltung des Klimastreiks in Ihrer Gemeinde an. Den Aufruf zur Unterstützung der Aktionen finden Sie hier.
 
Wenn irgend möglich, informieren Sie die Presse (und die Initiativen vor Ort) über Ihre Aktion. Bitte lassen Sie auf jeden Fall dem ZfK (info@ekiba.de) eine kurze Information darüber zukommen, was Sie unternehmen. Dann können wir Ihre Aktion auch in der zentralen Pressearbeit berücksichtigen. Das Büro für Umwelt und Energie (BUE) richtet zur Anregung eine Infobörse über entsprechende Aktionen aus den Kirchengemeinden ein.
 
Bei weiteren Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an Dr. André Witthöft-Mühlmann (andre.witthoeft@ekiba.de oder bue@ekiba.de) oder Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin (matthias.kreplin@ekiba.de).
 

Für die Fachgruppe Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens hat Dr. Sarah Köhler eine Analyse des Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Corona-Krise erstellt. Dr. Sarah Köhler ist Mitarbeiterin im Ökumenischen Prozess "Umkehr zum Leben".
 
Diese Analyse findet sich zum Download hier.
 

In einem offenen Brief an die Abgeordneten in Land, Bund und EU haben am 3.6.2020 die Umweltbeauftragten sowie die Beauftragten des kirchlichen Entwicklungsdienstes der Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und in Baden dazu aufgerufen, „den Schutz des Lebens, der Umwelt sowie Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte weltweit und für zukünftige Generationen als ethische Maßstäbe“ zugrunde zu legen – besonders in Zeiten der Bewältigung der Corona-Pandemie. Die Corona-Krise müsse Anlass für einen wirklichen Neubeginn für ein gutes Leben in einer zukunftsfähigen Welt sein.
 
„Menschen haben eine Bereitschaft zur Verhaltensänderung in bisher ungekanntem Ausmaß gezeigt. Das eröffnet die einmalige Chance, unsere Wirtschaft und Gesellschaft auf einen Lebensstil innerhalb der planetarischen Grenzen auszurichten“, so der Aufruf. Konkret fordern die beiden Kirchen, die bereits beschlossenen Schritte zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung fortzuführen, umzusetzen und zu verstärken. Die Landtagsabgeordneten sollten sich unter anderem für eine Landwirtschaftspolitik einsetzen, die „zur Nachhaltigkeit in Produktion, Handel und Konsum führt“ und Konjunkturprogramme an den Notwendigkeiten von Umwelt- und Klimaschutz, Menschen- und Arbeitsrechten ausrichten.
 
Die Umweltbeauftragten und die Beauftragten für den kirchlichen Entwicklungsdienst beider Kirchen appellieren auch an die Landtagsabgeordneten, globale Verantwortung zu übernehmen. „Wir bitten Sie, bei allen Maßnahmen, die jetzt zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise ergriffen werden, unsere Partner im globalen Süden nicht zu vergessen und Gelder bereit zu stellen, mit denen diese Länder in die Lage versetzt werden, ihre Gesundheitssysteme zu stärken.“
 
In einem Empfehlungsschreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die beiden Landesbischöfe Dr. h. c. Frank Otfried July und Professor Jochen Cornelius-Bundschuh sowie Synodalpräsidentin Sabine Foth und Synodalpräsident Axel Wermke den Aufruf zur nachhaltigen Entscheidung in Politik und Wirtschaft unterstützt. Sie erinnern an die Bewahrung der Schöpfung als einen „zentralen Auftrag des christlichen Glaubens“ – daran, dass Menschen von Gott her Mitverantwortung haben für alles, was lebt. „Wir bestärken Sie, den eingeschlagenen Weg des Klimaschutzes engagiert fortzusetzen, an den beschlossenen Schritten zum Klimaschutz festzuhalten und die einschlägigen Initiativen zur Nachhaltigkeit beharrlich fortzuführen“, so die Kirchenführung beider Landeskirchen.
 
Alexandra Weber, Stellvertretende Pressesprecherin und Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
 
Weitere Informationen finden sich hier.